Die Anlage in Winterthur ist kein Neubauprojekt. Sie liefert seit 2021 sauberen und preisgünstigen Strom für die Modellstation SOMOSA – ein klassisches Contracting-Objekt, wie Sundust viele betreibt.
Mit dem Mantelerlass hat der Gesetzgeber in kurzer Folge zwei neue Instrumente eingeführt: den vZEV, der seit Anfang 2025 möglich ist, und die LEG, die seit Anfang 2026 zur Verfügung steht. Virtuelle ZEV und LEG bei gewerblichen Teilnehmern mit unterschiedlichen Tarifstrukturen umzusetzen, ist anspruchsvoll. Sie zu kombinieren und dabei einen Batteriespeicher wirtschaftlich zu bewirtschaften, ist der maximale Komplexitätsgrad. Sundust hat sich bewusst dafür entschieden, diese Konstellation an einem bestehenden Standort als Proof of Concept umzusetzen und dann schweizweit anzuwenden.
Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV). Der Solarstrom wird über einen virtuellen Messpunkt bilanziell mehreren Stromkunden zugeordnet. Physische Direktleitungen zwischen den Gebäuden braucht es nicht – der Strom fliesst wie gewohnt über das Verteilnetz, die Zuordnung erfolgt rechnerisch auf Basis der Smart-Meter-Daten. So teilen sich mehrere Gebäude günstigen Solarstrom, die einzelnen Bezüger bleiben aber eigenständige Marktteilnehmer.
Gewerbliche Teilnehmer mit unterschiedlichen Tarifstrukturen. Hier liegt die eigentliche Knacknuss. Am vZEV nehmen voneinander unabhängige Unternehmen teil. Sie haben unterschiedliche Stromtarife, und sie sind unterschiedlich bepreist: es gibt Teilnehmer mit und ohne Leistungstarif. Der Regelfall im Markt ist ein vZEV mit gleichartigen Haushaltskunden. Ein vZEV, der Teilnehmer mit unterschiedlichen Preisprofilen und teils leistungsabhängiger Abrechnung sauber integriert, ist es nicht. Sundust hat diesen Fall so aufgesetzt, dass für jeden Teilnehmer ein passender Solartarif hinterlegt werden kann – Voraussetzung dafür, dass Gewerbekunden fair und nachvollziehbar am gleichen Solarstrom teilhaben können.
Peak Shaving mit Batteriespeicher. Ein Batteriesystem kappt die Lastspitzen am Standort und entlastet damit das Netz. Die erzielte Reduktion der monatlichen Lastspitze schwankt saisonal und liegt bei rund 50 Prozent. Für Kunden mit Leistungstarif ist das ein direkter Kostenhebel, denn die Netzkosten hängen dort massgeblich von der höchsten bezogenen Leistung ab – und nicht allein von der bezogenen Energiemenge. Die Batterie erhöht zugleich den Eigenverbrauch der PV-Anlage.
Anbindung an die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft. Solarstrom, der im vZEV nicht konsumiert wird, geht nicht einfach zum Rückliefertarif ins Netz. Er wird über eine LEG vom Stadtwerk Winterthur in die Nachbarschaft geliefert – lokale Solarstromlieferung zu reduzierten Netznutzungstarifen. Damit ist der vZEV selbst Teilnehmer einer übergeordneten Gemeinschaft.
Jeder dieser Bausteine bringt eigene Anforderungen an Messkonzept, Datenqualität und Abrechnungslogik mit. Zusammengeschaltet greifen sie ineinander: Die Batterie beeinflusst, wie viel Strom im vZEV bilanziert wird; die Bilanzierung im vZEV bestimmt, wie viel Solarstrom für die LEG übrig bleibt; und die unterschiedlichen Tarifstrukturen der Teilnehmer entscheiden darüber, wie der Nutzen aus Peak Shaving und Eigenverbrauch verteilt wird. Wer diese Kette nicht durchgängig beherrscht, produziert entweder Abrechnungen, die nicht stimmen, oder eine Wirtschaftlichkeit, die auf dem Papier bleibt.
Der Pilot in Winterthur zeigt, dass Sundust diese Kette im Griff hat – von der Anlagenkonzeption über die technische Realisierung bis zur wiederkehrenden Abrechnung im laufenden Betrieb. Die Installation des Speichersystems erfolgte gemeinsam mit unserem Realisierungspartner CKW Gebäudetechnik AG.
Die Energiewende ist komplex geworden. Neue Modelle wie vZEV und LEG eröffnen echte Einsparpotenziale, verlangen aber Investitionen, regulatorisches Know-how und die Bereitschaft, Betriebs- und Abrechnungsrisiken zu tragen. Sundust nimmt Kundinnen und Kunden genau diese Komplexität ab: Wir investieren in integrierte Energielösungen, bewirtschaften sie über die Vertragsdauer und tragen die finanziellen wie regulatorischen Risiken. Unsere Kunden profitieren von tieferen Energiekosten – ohne eigene Investitionslast.
Der Pilot in Winterthur ist deshalb mehr als eine technische Referenz. Er ist der Beleg dafür, dass sich Bestandsanlagen mit smartem Energie-Contracting konsequent zu proaktiven Energiesystemen weiterentwickeln lassen.
Sie betreiben eine Liegenschaft mit mehreren Nutzern, hohen Lastspitzen oder ungenutztem Dachpotenzial? Oder Sie haben eine bestehende PV-Anlage, die mehr könnte, als sie heute tut? Wir prüfen Ihre Ausgangslage und zeigen Ihnen, welche Kombination aus Eigenverbrauch, Speicher und lokaler Stromlieferung an Ihrem Standort wirtschaftlich Sinn ergibt.
Kontaktieren Sie uns über www.sundustgroup.com
